Der Versuch gentechnisch veränderte Pflanzen in den MArkt zu drücken trifft in der Uckermark und im Barnim auf Widerstand. Besonders die Bauern wollen sich nicht in die Abhängigkeit begeben. Nun gibt es ein Siegel Gentechnikfrei Region Uckermark-Barnim. Dieses Siegel können Produzenten verwenden um dem Kunden zu zeigen das Ihre Produkte gentechnikfrei erzeugt wurden.

Es gibt einige weitere Aktionen die sich gegen die Einführung von gentechnisch veränderten Pflanzen richten. Die Folgen sicn nicht absehbar.
Die Mittel um sich dagen zu wehren reichen von aufklärenden Radtouren bis zu aktiver Zerstörung von Genmaisfeldern. Hier ein Bericht eines Augenzeugen:
Liebe Verbraucher und Innen,
man war das ein Tag ! Ich meine vergangenen Sonntag, 31.August. Im Vorfeld lag in unserem Bioladen ein dicker Stapel Flugblätter (heißt heute Flyer) aus. Darin rief die neue Bürgerinitiative “Gendreck weg” zu ihrem ersten europaweiten Aktionswochenende gegen Genmais auf, mit Podiumsdiskussion, Gottesdienst, Kundgebung und Tanz in den Mai(s). Da das in unserer unmittelbaren Nachbarschaft stattfinden sollte, wollte ich mir das mal anschauen, zumal mich der offizielle Aufruf zum zivilen Ungehorsam enorm reizte. Nach dem Gottesdienst (bei dem sich eine ältere Dame, die mich später ansprach, sehr wunderte, daß ein offenbar ungehobelter junger Mann, der sich barfuß und mit Kopftuch im Schneidersitz während der Predigt vorne in den Gang setzte, doch so wunderbar die Lieder mitsingen konnte …) fuhren wir
in unserem kleinen Trabbicorso (2 grüne Kombis mit Maispflanzen geschmückt) auf den Lagerplatz (Camp) und sollten gleich vorm Pressezelt parken, um den Osten zu repräsentieren.
Da bekamen wir Besuch von den berüchtigten “Französischen Freiwilligen Mähern”, und obwohl sie mich nicht verstanden,
schenkten sie mir einen Aufkleber (den ich nicht verstand), weil der Eine an meiner Seite, zu seiner größten Freude, im Trabbi auf dem Camp rumkurven
durfte. Was´n Spaß! Dann wurde es ernst. Irgendwie bekamen wir die Plakate in die Hände und mußten, etwas verunsichert ,in der ersten Reihe die Demo
anführen. Vor uns nur die Samba-Gruppe, die die Lautsprecherdurchsagen der Polizei erfolgreich übertönte. Und irgendwann kannst du nicht mehr zurück,
willst du die anderen nicht im Stich lassen.
Und so trabten wir durch den Hafer. Über uns kreiste der Polizeihubschrauber, vor uns biß ein wahnsinniger Polizeihund eine Frau – da stoppten wir. Aber 50 andere rannten wie die Hasen durch den Roggen Richtung Maisacker. Wir sahen nur noch wie sie der Pferdestaffel entgegen liefen … Dann war der Spuk vorbei. Personalienfeststellung, Platzverweise, Festnahmen (Ingewahrsamnahme),
Abtransporte. Bis 3 Uhr morgens fuhr ich mit dem Trabbi mit im Pendeldienst (Shuttleservice), um die nach und nach Freigelassenen zum Camp oder zum Bahnhof zu bringen, bis alle 80 wieder auf freiem Fuß waren . Das war er also, mein erster Kontakt mit dem Polizeistaat, der die falschen Gesetzte erläßt, die falschen Leute beschützt und uns zu Kriminellen macht. Bitte schaut nach unter
www.gendreck-weg.de
Es werden auch noch Spenden benötigt, zB als Prozeßkostenbeihilfe. Das Schönste war aber nun wirklich das Gemeinschaftsgefühl, die vielen Gespräche und netten Leute, und eine Ahnung, was man erreichen kann, wenn alle mitmachen. Vorerst reichte es nur für 30 Sekunden in der Tagesschau. Immerhin! Aber irgendwann heben wir die Welt aus den Angeln, so oder so …
Ich fahr wieder hin. Anfang November rollt bestimmt wieder ein Castor nach
Gorleben. Wer kommt mit ?
Seid lieb gegrüßt und bleibt schön ungezogen:
Euer Christian
(Wenn der Verbraucher wüßte, was für eine Macht er hat … )